Gemeinsam für Klima- und Urwaldschutz

Es gibt viele Möglichkeiten sich für Klima- und Urwaldschutz einzusetzen: nach Kopenhagen laufen und dabei einen Wagen ziehen und schieben, den Läufern und Läuferinnen den Weg nach Kopenhagen mit Kaffee und Kuchen versüßen, auf Musikfestivals Meerjungfrauen bemalen, Briefe an die Bundeskanzlerin schreiben und wenn man eine Band ist kann man Greenpeace Ehrenamtliche auf die Bühne bitten damit sie ihr Anliegen vortragen.

Im Frühjahr und Sommer diesen Jahres haben wir auf zahlreichen Musikfestivals Briefe an die Bundeskanzlerin gesammelt und viele Menschen haben begeistert die Meerjungfrauen bemalt die auf der Tour nach Kopenhagen vielen Politikern und Politikerinnen übergeben werden. Viele Bands hatten auch riesig Spaß daran Meerjungfrauen zu bemalen und sich so den Forderungen nach konkreten Klimaschutzmaßnahmen anzuschließen.

Eine davon war Anti-Flag. Sie haben ihre Fans in eine Aktion involviert. Während der Autogrammstunde haben ihre Fans auf unserer Riesenmeerjungfrau unterschrieben, die Band selbst hat die Meerjungfrau, die jetzt auf dem Weg nach Kopenhagen ist, auch noch signiert.

Am Freitag den 13. November gab es ein Wiedersehen mit Anti-Flag. Wer hat gesagt, daß an einem Freitag den 13. alles schief geht? Für uns und die Anti-Flag-Fans in Köln war es ein sehr guter Tag. Anti-Flag unterstützt Greenpeace USA bei einer Briefaktion an Präsident Barak Obama mit der Forderung, dass er persönlich nach Kopenhagen zum Klimagipfel muss. In Deutschland wird Frau Merkel seit mehreren Monaten fleißig angeschrieben. Deshalb habe ich die Chance bekommen, während des Konzerts von der Bühne aus die Fans aufzufordern mitzumachen und einen Brief an die Bundeskanzlerin zu schicken.

Über 10000 Menschen haben schon einen Brief an Frau Merkel geschrieben. Alle können mitmachen und sich somit für Klima- und Urwaldschutz einsetzen und Frau Merkel zeigen, daß uns das Thema alle angeht und wir mitsprechen wollen. Geht auf die download-Seite, druckt einen Brief aus oder gleich mehrere für euren gesamten Freundes- und Bekanntenkreis, lasst sie unterschreiben und schickt sie an die Kanzlerin. Lasst uns gemeinsam Frau Merkel zeigen, daß Kopenhagen unser aller Konferenz ist und dass Urwaldschutz eben Klimaschutz ist!

Berlin-Nachlese

Berlin liegt schon lange hinter uns, wir sind auf dem Weg durch das stürmische Mecklenburg-Vorpommern in Richtung Ostsee…

Trotzdem wollen wir euch einen kurzen Rückblick auf unsere Tage im politischen Berlin nicht vorenthalten.
Am 09.11. hatten wir die Gelegenheit zu Gesprächen zum einen mit der grünen Parteispitze Jürgen Trittin, Renate Kühnast und Volker Beck. Und zum anderen konnten wir unsere Forderungen und unser Projekt bei der Fraktionssitzung der Partei „Die Linke“ vorzustellen.

im Gespräch mit Kühnast, Trittin und Beck von Bündnis 90/ die Grünen

im Gespräch mit Kühnast, Trittin und Beck von Bündnis 90/ die Grünen (c) M.Mauthe/Greenpeace

im Gespräch mit Gregor Gysi von DIE LINKE

im Gespräch mit Gregor Gysi von DIE LINKE (c) M.Mauthe/Greenpeace

Beide Parteien unterstützen die Greenpeace Forderungen, dass die Regierungen der Erde beim UN-Klimagipfel ein effektives Rettungspaket für Urwald- und Klimaschutz beschließen müssen.
Generell müssen dringend Maßnahmen beschlossen werden, mit denen die Erderwärmung so weit wie möglich unter 2 Grad Celsius gehalten werden kann. Neben den verbindlichen CO2-Reduktionszielen muss bis 2015 auch die Urwaldzerstörung am Amazonas, im Kongo-Becken und in Indonesien gestoppt werden. Dafür müssen die Entwicklungsländer von den Industrienationen ausreichend Geld für erneuerbare Energien, Anpassung an den Klimawandel und Urwaldschutz erhalten. Der deutsche Anteil muss 7 Mrd. Euro jährlich betragen.

bei der Fraktionssitzung der Partei DIE LINKE (c) M.Mauthe/Greenpeace

Wie so eine Fraktionsitzung mit Meerjungfrauen aussieht, könnt ihr übrigens auchhier im kurzen Video eines Abgeordneten anschauen.

Aus der Perspektive vom „Wegesrand“ sieht der Tag übrigens so aus, wie schon öfter berichtet der Natur(schutz)fotograf Markus Mauthe in seinem blog über die Tage an denen er uns immer wieder unterwegs getroffen hat.

Am 11.11. konnten wir dann Gespräche mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion Ulrich Kelber und weiteren Abgeordneten führen (da Sigmar Gabriel wegen Krankheit verhindert war). Auch die SPD unterstützt unsere Forderungen, vor allem, dass die Bundeskanzlerin dringend handeln muss, um ihrer vielzitierten Vorreiterroller in Sachen Klimaschutz gerecht zu werden.
Hier die Presseerklärungder SPD-Bundestagsfraktion. Wir freuen uns, dass die SPD hier Position bezieht.

Leider war es nicht möglich mit den Regierungsparteien Gespräche zu führen. Aber da wir während der ganzen Tour immer wieder Bundestagsabgeordnete treffen die CDU und FDP angehören und ihnen auch immer wieder Briefe von um das Klima besorgten Bürgern übergeben, wissen wir das Anliegen von über 10000 Menschen auch dort nicht ganz ignoriert werden kann.

vor dem Kanzleramt

vor dem Kanzleramt (c) M.Mauthe/Greenpeace

Es liegt uns übrigens immer noch keine Antwort auf diese über 10000 Briefe von der Bundesregierung vor. Und wer von unseren Lesern den Druck gerne noch weiter erhöhen möchte, kann im Download-Bereich den Brief herunterladen, ausdrucken, ausfüllen und abschicken. Oder noch besser: mehrmals ausdrucken und auch Freunde, Bekannte, Verwandte, Nachbarn….. einen Brief ausfüllen lassen. Denn CO2penhagen ist unser aller Kimakonferenz!

Wie gesagt, wir sind schon weitergezogen… Nördlich von Berlin haben wir bei Templin den pensionierten Pfarrer Horst Kasner getroffen, der uns seine wunderschöne Kirche zeigte, in der er immer noch predigt. Er ist mit seiner Kirche der Allianz der Meerjungfrauen beigetreten. Und auch wenn die Bundeskanzlerin nicht auf unsere Bitten um konkrete Klimaschutzmaßnahmen eingehen möchte, so ist ihr Vater, Herr Kasner, doch von der Notwendigkeit überzeugt.

Mit dem Schlauchboot fährt es sich hier schlecht

Berlin, Berlin, wir gehen nach Berlin!

Heute übernachten wir in Belzig, wieder einmal in einer Freiwilligen Feuerwehr. Diese Einrichtung ist mittlerweile eine unserer liebsten, denn die Feuerwehrmänner sind immer sehr unkompliziert und haben viel Platz. Es ist heute unser erster Halt in Brandenburg, die Zeit vergeht wirklich im Nu. Der Dialekt ist nun nicht mehr Sächsisch, sondern bekommt einen Einfluss vom Berlinerischen. Auch die Landschaft verändert sich: die dichten Buchenwälder weichen den wesentlich lichteren Kiefernwäldern, die Straßen führen schnurstracks gerade aus. Uns ist klar geworden, dass wir heute in einem Monat Kopenhagen erreichen. Ich schreibe wir, obwohl ich, Gesa, dann ja gar nicht mehr dabei sein werde, zumindest nicht planmäßig. Aber der Zusammenhalt mit dem Team ist immer mehr gewachsen, seit nunmehr drei Wochen bin ich schon dabei. Das letzte Wochenende haben Andi und ich in Berlin verbracht, denn nach Leipzig hatten wir ursprünglich geplant, aufzuhören. So haben wir Freunde besucht und wieder einmal das Leben der Großstadt spüren können. Aber uns war schon vor Leipzig klar, dass wir unsere Wanderung noch weiter fortsetzen werden, und so sind wir zurück gekehrt und in Dessau wieder eingestiegen. Der Charakter der Tour hat sich mittlerweile ebenfalls geändert: wir halten immer mehr Besprechungen über den Ablauf in Berlin und was uns dort alles bevor steht. Es sind so viele Dinge, an die wir denken müssen: angefangen beim Großstadtverkehr und der Überwindung der Etappen, über die Treffen mit der Greenpeace Gruppe Berlin, die uns schon tatkräftige Unterstützung zugesagt hat und hoffentlich vielen, vielen Politikern. Die Woche wird warscheinlich etwas turbulenter: die Regierungserklärung wird abgegeben, der Mauerfall jährt sich und immer mehr Menschen beginnen, sich auf den Klimagipfel vorzubereiten. Es ist nun höchste Zeit, noch weitere Briefe an Frau Merkel zu schicken, also setzt euch bitte noch einmal alle daran und schreibt, was das Zeug hält!!! Drückt uns die Daumen, denn die kommende Hürde ist von zentraler Bedeutung und muss ein voller Erfolg werden!

Fußabdrücke nicht nur in Matsch und Schlamm

Ich sitze hier in einem kleinen sehr gemütlichen Dorfgemeinschaftshaus in Lonzig. Ihr wisst nicht wo Lonzig ist?! Das erste Dorf in Sachsen auf unserer Strecke und es ist direkt hinter Großaga, welches noch in Thüringen liegt. Na gut… wir sind nördlich von Gera und laufen nun schnurstracks auf Berlin zu. Berlin ist nicht nur streckenmäßig ein Meilenstein, sondern wir wollen dort mit Politikern aller Fraktionen sprechen. Urwaldschutz ist eine große Frage des politischen Willens. Noch immer ist es möglich, in Deutschland illegal geschlagenes Urwaldholz legal zu bekommen. Dafür stehen die Bundestagsabgeordneten in der Verantwortung, dies zu ändern, ebenso wie die Beimischungsquote von Agrosprit, der zum größten Teil aus Urwaldzerstörung aus Indonesien stammt.

Über eben solche Themen haben wir uns in Jena mit dem Bundestagsabgeordneten Herrn Lenkert unterhalten. Er erklärte sich bereit, die Themen Agrosprit aus Urwaldzerstörung und illergaler Holzhandel weiter zu verfolgen. So versicherte er uns, unsere Forderung auf Finanzierung von Klima- und Urwaldschutz in die Fraktion der LINKEN sowohl auf Bundes- als auch auf EU- Ebene einzubringen.

Die Notwendigkeit von Klima- und Urwaldschutzmaßnahmen wurde uns auch nochmals in drastischer Weise erneut vor Augen geführt. Die Greenpeace Gruppe Jena, hatte anlässlich unserer Station in Jena, zu einem öffentlichen Filmabend eingeladen, bei dem sie den Film HOME gezeigt haben. In eindrücklichen Aufnahmen wurde hier nochmal gezeigt, was wir tagtäglich von dem zerstören, wovon unsere Nachfahren auch eines Tages noch profitieren können sollten.

Nachdenklich ging bestimmt ein jeder, der den Film gesehen hatte, nach Hause. Immer wieder muss man sich selbst dann die Frage stellen „wie bewusst lebe ich eigentlich“. Und eines ist für mich klar: mehr geht immer. Geht’s euch nicht auch manchmal so?!

Aber wollen wir das Klima wirklich nachhaltig schützen, dann müssen wir unseren ökologischen Fußabdruck von Mal zu Mal kleiner werden lassen, so dass alle Menschen auf dem Planeten die gleichen Chancen und Ressourcen zur Verfügung haben.

Um diesem Anliegen Ausdruck zu verleihen, werden wir auch morgen wieder weiter wandern. Und eins steht für mich fest: ich hinterlasse gerade jeden Tag viele Fußabdrücke in Matsch und Schlamm und bin aber der großen Hoffnung, durch die vielen einzelnen Gespräche auch dazu beizutragen Menschen zum Nachdenken zu bringen, die dadurch ihren persönlichen Fußabdruck verkleinern.

Visuelle Eindrücke

Hier ein Video noch aus Hessen:
zum Video

Über den Wipfeln

Mittlerweile haben wir den Nationalpark Hainich hinter uns gelassen und haben viele, viele gute Eindrücke sammeln können. Der Hainich ist bekannt für seine ausgedehnten Buchenwälder, so, wie sie hier in Europa heimisch sind. Das ehemalige Militär-Übungsgelände wurde seit 1997 sich selbst überlassen und zum Nationalpark erklärt. In den letzten 12 Jahren wurden keine Veränderungen mehr vorgenommen und der Sukzession freien Lauf gelassen.

Hainich1

Man kann den Kampf der unterschiedlichen Pflanzenarten um Licht und Platz sehr gut nachvollziehen und an Hand vieler Tafeln und Schilder verstehen. Wir haben nicht nur die 1000-jährige Betteleiche bestaunen können, sondern uns wurde auch ein atemberaubender Ausblick vom Baumkronenpfad gewährt. Der Weg führt zwischen den Wipfeln durch ein Meer von Herbstfarben!

Sehr imponiert hat uns die Umsetzung, den Park „barrierefrei“ zu gestalten, das bedeutet, dass alle Menschen daran teilhaben können. Es gibt Rampen für die Rollstuhlfahrer und Bodenveränderungen für Menschen mit Sehbehinderung- so erkennen diese, dass sich am Wegesrand eine Informationstafel befindet; selbstverständlich in Blindenschrift geschrieben…

Es gab noch einen besonderen Höhepunkt für uns, nämlich eine Führung in das Herzstück des Waldes, wo die Bäume seit ca 200 Jahren wild wuchern können. Hier war alles mit einem Teppich von Moos überzogen und überall wo man genau hinschaute, konnte man die unterschiedlichsten Pilze erkennen.

Hainich2

Der Förster erklärte uns, dass die Nationalparkverwaltung sich für den Titel des Weltnaturerbes beworben hat. „Da muss aber noch einiges passieren, die Jagd muss zu 100% eingestellt werden. Derzeit ist dies aber noch nicht möglich, da die starke landwirtschaftliche Nutzung des Thüringer Beckens die Vermehrung der Wildschweine begünstigt. Wenn die Ernte dann eingefahren wird, dringen die Tiere in Rotten in den Wald ein und fressen und wühlen…“

Als wir dann den Wald verlassen haben, konnten wir das Problem mit eigenen Augen sehen: kilometerweit nur Felder! Als Andenken hat der Nationalpark jedem von uns einen Anstecker mit dem Bild eines heimischen Wildtieres mit auf den Weg gegeben, auf die wir nun gut aufpassen!

Heute haben wir Erfurt erreicht- nicht ohne Schwierigkeiten, muss man sagen. Die Radwege sind hier leider nicht so gut ausgebaut, so dass wir größtenteils auf der Fahrbahn laufen mussten. Hinter einer Kurve merkten wir, dass wir gerade über Straßenbahnschienen gingen und dazu noch die Straßenbahn von hinten kam. Mit aller Mühe quetschten wir uns an die Mauer, die auf der rechten Seite aufragte und so die Straße begrenzte. Mit ca 2cm Distanz zwischen Wagen und Bahn hat sie uns dann doch überholen können und viele verdutzte Gesichter starrten uns aus der Bahn an, leider nicht ganz so erfreut, da sie ja doch warten mussten. Direkt im Anschluss wollte uns noch ein Bus überholen und veranlasste so ein totales Chaos: er kam nicht mehr zurück, weil sein Spiegel zu groß war, er kam nicht weiter vor, weil die andere Fahrbahnseite ebenfalls mit einer Straßenbahn besetzt war, die jedoch nicht fahren konnte, wiel ihr der Bus zu nahe war… Kurz und gut: wir bewegten uns nur wenige Zentimeter hin und her, bis auf einmal immer mehr Leute auf die Fahrbahn traten und angefangen haben, zu schreien! Die Autos stauten sich in beide Richtungen, so weit wir blicken konnten und uns wurde mit der Polizei gedroht. In aller letzter Sekunde hat sich die Situation dann doch noch entspannt, als wir irgendwann das rettende Ufer der anderen Fahrbahnseite erreichten und in Sicherheit waren.

Bus

Gedanken am Sonntagabend

Die letzten zwei Tage waren die „Etappen-mäßig“ wohl anstrengensten überhaupt: einmal 36 km und danach vielleicht 38, vielleicht 39 km?

Man kann das nicht immer so genau sagen, denn manches Mal muss man leider auch feststellen, dass man sich verlaufen hat und den so schön zurückgelegten Weg noch ein zweites Mal, nämlich in die andere Richtung, nehmen muss. Gestern haben wir dieses Glück gleich vier mal genießen dürfen. Heute gab´s eine Radweg-Vollsperrung und manches mal sagt einem die Karte leider nicht, dass man es mit einer Cross-Strecke über Stock und Stein zu tun hat. So brauchten wir 1 Std. für gerade mal 2,5 km… 

Aber schön war sie, die Cross-Strecke, das muss man sagen…

Ihr fragt euch jetzt wahrscheinlich, wie wir es dann heute Abend schaffen zu bloggen?

Ja, das wäre normalerweise nicht möglich, aber Andi und ich haben solch schmerzende Beine gehabt, dass wir uns von einem netten Passanten zur Herberge bringen lassen mussten.

Heut Nachmittag gab´s dann aber noch eine nette Überraschung: als wir nach einem Café gefragt haben, hat uns ein Dönerladen-Besitzer angesprochen. Ali war total begeistert von unserer Aktion und meinte, ob wir nicht Lust hätten, bei ihm auf eine Pizza herein zuschauen, er würde uns einladen. So haben wir uns mit den Pizzabäckern und Gyrosgrillern unterhalten  und konnten uns wunderbar aufwärmen und stärken. Das sind so wunderbare Momente, wenn man wieder einmal die Herzlichkeit von den unterschiedlichsten Leuten zu spüren bekommt.

Immer wieder sorgen wir für eine Menge Aufmerksamkeit: viele Leute wundern sich, was wir in ihren kleinen Dörfern machen. Auch werden wir immer wieder gefragt, wo wir denn wirklich hingehen, da wir gerade gen Süden marschieren. Aber das ist schnell geklärt: „Wir möchten die großen Buchenwälder in Deutschland besuchen, und da sind wir auf dem Weg zum Hainich.“

Das ist dann allen klar.

Durch unsere kurvenreiche Strecke haben wir mittlerweile mehrmals die ehemalige innerdeutsche Grenze passiert und haben so auch ein ganz starkes Gefühl bekommen, wo wir mittlerweile schon angekommen sind, wenn man bedenkt, wo wir begonnen haben. Irgendwie wurde mir dabei schwer ums Herz, da wir trotz schwerem Wagen so leicht und unbeschwert überschritten haben, was früher nahezu nicht zu überwinden war.

Ein tierischer Tag

Heute, ich weiß nicht, ob es Zufall war oder ob wir besonders aufmerksam waren, haben wir unzählige Tiere angetroffen.

Als wir am frühen morgen, als noch die letzten Dunstschwaden über die Äcker zogen, los gewandert sind, flitzten mehrere Male drei wunderschöne Rehe an uns vorbei und wir konnten auf den weiten Feldern ihre Bewegungen bestaunen. Ein großer Schwarm Vögel kreiste dabei lautstark über uns.

Bei unserem zweiten Frühstück flog ein Pärchen Schwäne dicht über unseren Köpfen und wir konnten die Luft durch ihre mächtigen Schwingen pfeifen hören.

Doch auch die kleinen Tierchen wie Regenwürmer, Schnecken und wunderschön haarige Raupen liefen uns förmlich über´n Weg, sodass wir mit dem Wagen immer wieder ausweichen mussten, um nicht über sie drüber zu rollen.

Ganz so fröhlich war es aber leider nicht immer: eine tote Kröte lag auch auf unserem Weg und ein frisch überfahrener Dachs am Straßenrand. Das tat uns allen leid, da das Tier immer noch wundervoll aussah und eine beträchtliche Größe hatte. Sarah war so immerhin froh, keinen Führerschein gemacht zu haben.

Uns wird der Mund nicht fusselig!

Immer wieder ist hier die Rede von unseren Treffen mit Politikern: in vielen kleinen und großen Städten und Gemeinden werden wir herzlich von Bürgermeistern, Abgeordneten oder Umweltbeauftragten begrüßt. Das ist natürlich klasse: denn genau diese Menschen sind es, die sich auf der regionalen Ebene auch für unser Anliegen Klimaschutz einsetzen müssen und das ganz häufig auch schon tatkräftig tun!

Da bleibt es natürlich nicht nur bei einem netten Händeschlag: Ganz klar ist uns wichtig unser Anliegen weiter zu verbreiten. Also erklären wir bei jedem neuen „Termin“ immer wieder gerne, weshalb wir diese Strapazen von 2000 km Wanderschaft auf uns nehmen. Dass unser größter Motor zwar unsere Beine, doch das große Ziel Kopenhagen im Dezember unsere Motivation ist. Und wie wichtig es sein wird effektive Klimaschutzmaßnahmen auf der UN-Konferenz zu beschließen. UND dass dafür die Anwesenheit der Regierungsoberhäupter, also auch unsere Kanzlerin Frau Merkel, ganz immens wichtig ist. Denn wer kann schon Richtungsweisendes beschließen, ohne auch die Kompetenz zu haben dies umzusetzen?

Natürlich darf da unsere Forderung auch nach einer Finanzierung von Urwaldschutz als Klimaschutzmaßnahme nicht fehlen: 1/5 aller Treibhausgasemissionen entfallen schließlich auf die Zerstörung der letzten Urwälder. Bei Verbrennung oder Abholzung werden große Mengen an Kohlenstoff in Form von CO2 frei, sei es direkt oder indirekt über den im Boden gespeicherten Kohlenstoff. Außerdem spielen Wälder eine große Rolle bei der Speicherung von Kohlenstoff: Für jedes Blatt und jede Wurzel haben die Bäume Kohlenstoffdioxid aus der Luft gebunden und in ihr lebendes Material sozusagen eingebaut. Somit entfällt diese Fähigkeit für jeden gefallenen Baum.

Wenn also weiterhin die letzten Urwälder in rasantem Tempo zerstört werden kann kein effektiver Klimaschutz betrieben werden.

 Genau das den Politikern immer wieder zu verdeutlichen lässt uns nicht müde werden!

 Und kaum hat man zu Ende geredet, fangen die meisten auch schon an, ihre eigenen Klimaschutzprojekte zu erläutern: Wir hören von geplanten Windkraftanlagen, neuen Wasserkraftwerken, modernen Blockheizkraftwerken, die den neuen Kindergarten, Altenheim und Sporthalle versorgen, Baumpflanzaktionen und und und… Schön, wie viel schon auf regionaler Ebene getan und wie stolz uns davon berichtet wird!

Doch natürlich bleibt es nicht dabei – Nicht selten verraten wir zwischen dem obligatorischen Foto mit dem Bürgermeister/Politiker und dem Überreichen einer Meerjungfrau kleine Anekdoten und Abenteuer. Denn wie oft trifft man auch als Politiker Leute, die so verrückte Sachen machen und die einfach einen Handwagen aufmöbeln und als Meerjungfrauen verkleidet durch ganz Deutschland ziehen?! Da interessiert natürlich wie schwer unser Wagen ist, wie das mit den Füßen funktioniert, ob wir denn in 2 Wochen schon ankommen werden (haha- guter Witz :-) ), ob wir denn auch genug zu essen dabei haben und ob wir auch im Wagen schlafen… (auch ein guter Witz ;-) )

Auf jeden Fall fällt es dann den Bürgermeistern gar nicht schwer unserer Klimaallianz beizutreten und dabei ihre regionalen Klimaschutzprojekte hinzuzufügen. Denn je größer die Klimaallianz wird – mit möglichst vielen kleinen und großen Projekten den Klimawandel zu stoppen – umso besser!

Yve